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Forschungsprojekt ::
Fraktalität und die Dynamik jüdischer Lebensformen im Süden des Alten Reichs im 17. und 18. Jahrhundert

Projektbeschreibung

Räume bzw. Orte mit ausgeprägter jüdischer Siedlungskonzentration befanden sich im frühneuzeitlichen Reich oft in Gebieten, die von kleinräumigen und ungeschlossenen territorialen Verhältnissen geprägt waren. Das Projekt geht von der Annahme aus, dass diese spezifischen Strukturen für die Existenz von Juden verantwortlich waren und fragt danach, wie die jüdischen Akteure diese nutzten. Dazu wird auf das jüngst von Christophe Duhamelle und Falk Bretschneider für die frühneuzeitliche Reichsgeschichte entwickelte Konzept der Fraktalität zurückgegriffen. Dieses setzt die verschiedenen obrigkeitlich-herrschaftlichen Handlungsebenen sowie die Praktiken der Akteure zueinander in Bezug. Das frühneuzeitliche Reich erscheint in diesem metaphorischen Konzept als eine Raumstruktur mit multiplen Zugehörigkeiten, in denen eine zentrale, einheitliche Erzwingungsgewalt fehlte, in dem vielmehr plurale, sich widersprechende und miteinander konkurrierende Macht- und Herrschaftspole als Bezugspunkte existierten.
Im Projekt wird dieses Konzept mit den Methoden der Netzwerkanalyse verbunden, woraus sich Möglichkeiten ergeben, die Kategorie des Raums sozialgeschichtlich für die jüdische Geschichte fruchtbar zu machen sowie die territorialpolitische Komplexität jüdischer Siedlungsräume in ihrer Wirkung und Bedeutung erstmals umfassend zu beschreiben und zu erklären. Um die Untersuchungsergebnisse im Hinblick auf die Vielfalt herrschaftlich-territorialer Gebilde im Reich auf eine möglichst breite empirische Basis zu stellen, wird ein typologischer Vergleich dreier strukturell verschiedener Herrschaftsräume vorgenommen. Dabei handelt es sich um den Kondominatsort Fürth (Teilprojekt 1), die reichsritterschaftliche Herr-schaft Mitwitz (Teilprojekt 2) und das Herrschaftsgebiet des Deutschen Ordens in der Ballei Franken und im Meistertum Mergentheim (Teilprojekt 3). Damit sind sowohl eine geteilte lokale Herrschaft im städtischen Umfeld als auch eine klein-räumige ländliche Herrschaft und ein räumlich offener Herrschaftskomplex vertreten.

Angaben zum Forschungsprojekt

Beginn des Projekts:2019
Ende des Projekts:15. Dezember 2023
Projektstatus:abgeschlossen
Projektleitung:Ullmann, Prof. Dr. Sabine
Schmölz-Häberlein, Prof. Dr. Michaela
Beteiligte Personen:Grimm, M.A. Maximilian
Porzelt, M.A. Christian
Strobel, M.A. Franziska
Lehrstuhl/Institution:
Finanzierung des Projekts:Begutachtete Drittmittel
Geldgeber:Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Projektpartner:
  • Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur, Würzburg
  • Stabsstelle Forschung der Franckeschen Stiftungen, Halle / Saale
  • Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen
  • École des hautes études en sciences sociales EHESS, Paris (Frankreich)
Themengebiete:N Geschichte
N Geschichte > NN Neuere Geschichte
Projekttyp:Grundlagenforschung
Webseite:https://www.ku.de/ggf/geschichte/vergleichende-lan...
Link zu Gepris:https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/422408615
Fördernummer:422408615
Projekt-ID:3193
Eingestellt am: 31. Aug 2022 12:50
Letzte Änderung: 20. Dez 2023 08:13
URL zu dieser Anzeige: https://fordoc.ku.de/id/eprint/3193/
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