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Forschungsprojekt ::
LaeneAs: Die ländlichen Bildungsumwelten junger Geflüchteter in der betrieblichen Ausbildung

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt LaeneAs zielt sowohl auf die Identifikation und den Abbau von Bildungsbarrieren als auch auf die Förderung gelingender Bildungswege von geflüchteten Jugendlichen in der beruflichen Ausbildung. Gerade in ländlichen Räumen findet sich ein großer Nachholbedarf an ausbildungsbegleitenden Bildungsangeboten. Zugleich sind die Bedarfe aufseiten der Jugendlichen groß. Aus diesem Grund sollen innovative Bildungsangebote integrativ zur Berufsausbildung mithilfe von Reallaboren in ländlichen Regionen beforscht und weiterentwickelt werden. Bei Reallaboren handelt es sich um einen sozialräumlichen Methodenansatz, der Forschung und Praxisentwicklung kombiniert. Hierzu werden die zentralen Akteur*innen in den formalen, nonformalen und informellen Lern- und Lebenswelten unter Beteiligung geflüchteter Jugendlicher zusammengebracht. Die lebensweltliche Expertise soll sowohl für eine kontextuelle Bedingungsanalyse von strukturellen, gesellschaftlichen und individuellen Bildungsbarrieren als auch für den Praxistransfer genutzt werden. Die Zielsetzung richtet sich daher auf die forschende Weiterentwicklung außerschulischer Bildungsangebote in Richtung von Best-Practice-Modellen für ein erfolgreiches Begleiten der beruflichen Ausbildung. Speziell die berufliche Ausbildung ist ein Katalysator zum Erwerb von Bildung und Sprache, zur Entwicklung von Kenntnissen und Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt und zur Verbesserung gesellschaftlicher Teilhabe. Die Analyse lokaler Bildungsumwelten auch als außerschulische, informelle Lernorte soll eine Übertragung in andere Kontexte ermöglichen und damit einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit leisten.
Die Fragestellung nach Möglichkeiten zum Abbau von Bildungsbarrieren geflüchteter Jugendlicher in der beruflichen Ausbildung entfaltet sich auf drei Untersuchungsebenen:
1. Identifikation sozialstruktureller, sozialräumlicher und individueller Bildungsbarrieren im Kontext der beruflichen Ausbildung in gender- und diversitätsbewusster Perspektive und in ihrer Spezifik für den ländlichen Raum unter Einschluss gesellschaftlicher Diskurse über Normalitätsvorstellungen und Stereotypen, die sich wesentlich auf die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe auswirken (Ebene 1: Identifikation von Bildungsbarrieren)
2. Forschende Praxisentwicklung von Best-Practice-Modellen für den Abbau von strukturellen Barrieren und für die Begleitung erfolgreicher Bildungsbiografien durch Vernetzung der Bildungsakteur*innen in innovativen Bildungsangeboten (Ebene 2: Best-Practice-Projekte)
3. Einbezug der Perspektive der Jugendlichen sowohl zur Erfassung subjektiver Wahrnehmung individueller Bildungsrealitäten bei Beachtung genderspezifischer und intersektionaler Differenzen, informeller Aspekte und Resilienzfaktoren als auch zur partizipativen Projektentwicklung und -evaluation (Ebene 3: Subjektperspektive).
Die Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellung wird anhand eines Mixed-Methods-Ansatz durch Triangulation von verschiedenen Forschungsmethoden umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen dabei mehrere Workshops in den Reallaboren, die in Form von Zukunftswerkstätten und Gruppendiskussionen umgesetzt werden. Hierdurch soll die lebensweltliche Expertise der Beteiligten erfasst und eine transformative Praxisentwicklung initiiert werden. Datenbanken sollen sozialstrukturellen Parameter in verallgemeinernder Perspektive erfassen. Zur Erhebung der sozialräumlichen Expertise werden flankierend Expert*innen-Interviews durchgeführt. Ebenso wird eine partizipative Peer-Research-Gruppe aufgebaut, um die subjektive Perspektive der geflüchteten Auszubildenden in der Identifizierung von Bildungsbarrieren und in die Entwicklung von Best-Practice-Modellen einzubinden. Begleitend werden zudem narrative Interviews mit den Jugendlichen geführt, um die Bildungsumwelten differenziert nach intersektional verwobenen Merkmalen (Bildungsstand, Gender etc.) zu untersuchen.
LaeneAs führt in Bayern und Brandenburg an jeweils zwei Orten Reallabore durch. Jeweils ein Landkreis befindet der sich in der Nähe zu einem urbanen Zentrum; ein zweiter liegt geographisch peripher. Mit Brandenburg als ostdeutsches und Bayern als süddeutsches Bundesland werden jeweils sehr unterschiedliche historisch gewachsene, gesellschaftliche und bildungspolitische Rahmenbedingungen einbezogen.

Angaben zum Forschungsprojekt

Beginn des Projekts:1. Oktober 2021
Ende des Projekts:30. September 2024
Projektstatus:laufend
Projektleitung:Korntheuer, Prof. Dr. Annette
Beteiligte Personen:Bucher, Judith
Lehrstuhl/Institution:
Finanzierung des Projekts:Begutachtete Drittmittel
Geldgeber:Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektpartner:
  • Prof. Dr. Stephan Thomas, Fachhochschule Potsdam, Potsdam
Themenfelder:Flucht und Migration
Themengebiete:D Pädagogik, Sozialarbeit
D Pädagogik, Sozialarbeit > DL Berufsbildung, berufsbildende Schule
D Pädagogik, Sozialarbeit > DS Sozialpädagogik, Sozialarbeit
Projekttyp:Angewandte Forschung
Webseite:https://www.ku.de/forschung/forschungsprojekte/bmb...
Projekt-ID:2939

Publikationen

Liste der Veröffentlichungen auf dem Publikationserver KU.edoc der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Eingestellt am: 31. Okt 2021 21:48
Letzte Änderung: 09. Sep 2022 11:46
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