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Forschungsprojekt ::
Topische Dialogik. Bedingungen theologischer Wahrheitsfindung im Kontext polarisierter Glaubenskulturen: Perspektiven katholischer Theologie

Projektbeschreibung

Die religionspolitische Lage der Gegenwart ist auf globaler und lokaler Ebene von religiös-weltanschaulichen Konflikten geprägt, die zwischen unterschiedlichen Glaubenskulturen innerhalb der Religionen und Weltanschauungen verlaufen. Diese sind mit unterschiedlichen Epistemologien und Glaubenshermeneutiken verbunden, die zugleich eine Positionierung gegenüber den normativen Grundlagen der Moderne und den Pluralisierungsprozessen der Spätmoderne spiegeln. In der katholischen Kirche bündeln sich diese Konflikte in der Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils, sie haben sich unter dem Pontifikat Benedikts XVI. krisenhaft zugespitzt, unter Papst Franziskus scheint es nun zu einem offenen Austrag zu kommen (Römische Synoden zur Familienpastoral, Kurienreform, Wendung „an die Peripherie“).

Das Forschungsprojekt erarbeitet angesichts dieser Situation Kriterien einer Konflikttheorie theologischer Wahrheitsfindung, die topologische und kommunikative Ansätze der theologischen Prinzipienlehre aufgreift und differenztheoretisch weiterführt. Dies geschieht in einem Prozess, der Theoriebildung und Diskurspraxis eng miteinander verbindet. Dazu wurden sechs Theolog_innen unterschiedlicher Ausrichtung gewonnen, die in einem Workshop an dem Projekt beteiligt sind. Der Ansatz einer „Topischen Dialogik“ dient als offener Rahmen, der in der konkreten Auseinandersetzung zwischen den Vertreter_innen unterschiedlicher Denkschulen weiterentwickelt wird. In diesem Prozess sollen theologische Kriterien und Bedingungen eines konstruktiven Konfliktaustrags erarbeitet werden, die es ermöglichen, die innere Pluralität und Diversität der Glaubensstile und der mit ihnen verbundenen theologischen Ansätze und Optionen als einen produktiven Ort theologischer Wahrheitsfindung zu entdecken. Eine solche Weiterentwicklung der – bisher vornehmlich an hierarchischen Modellen oder Formen partizipatorischer Konsensfindung orientierten – theologischen Prinzipienlehre ist nicht nur ein Desiderat wissenschaftlicher Theologie, sondern auch von hoher Relevanz für die anstehenden Auseinandersetzungen um die Gestalt der Kirche und die Form des Glaubens. Anschlussprojekte und Auswertungen sind sowohl im Blick auf Formate theologischer Bildung und öffentlicher Disputation wie im Blick auf den ökumenischen und interreligiösen Dialog vorstellbar.

Angaben zum Forschungsprojekt

Beginn des Projekts:2015
Ende des Projekts:2017
Projektstatus:abgeschlossen
Projektleitung:Kirschner, Prof. Dr. Martin
Beteiligte Personen:Lievenbrück, Dr. Ursula
Zeillinger, Dr. Peter
Bruckmann, PD Dr. Florian
Bär, Dr. Martina
Engel, Agnes
Lefrank, SJ Alexander
Bauer, Prof. Dr. Christian
Wodtke-Werner, Dr. Verena
Kießling, Prof. Dr. Klaus
Lehrstuhl/Institution:
Finanzierung des Projekts:Begutachtete Drittmittel
Geldgeber:Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Heisenbergprofessur
Schlagwörter:Topische Dialogik, Martin Kirschner, Heisenbergprofessur, Religionspolitik, theologischen Prinzipienlehre, theologische Kriterien zu konstruktiver Konfliktlösung,innere Pluralität, Diversität der Glaubensstile, Vielfalt, Glaubensstile, THF KU Eichstätt, Theologie in Transformation, Theologie in Transformationsprozessen der Gegenwart
Themengebiete:B Theologie und Religionswissenschaften, Religionspädagogik
Projekttyp:Grundlagenforschung
Projekt-ID:2357

Publikationen

Liste der Veröffentlichungen auf dem Publikationserver KU.edoc der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
Eingestellt am: 02. Aug 2017 10:36
Letzte Änderung: 17. Dez 2020 10:59
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